Prophylaxen in der Pflege

Was sind Prophylaxen?

Prophylaxen (=Vorbeugung) sind alle Maßnahmen, die eine bestehende Gesundheit erhalten sollen, bzw. Beeinträchtigungen der Gesundheit durch Krankheit oder Unfälle verhindern soll.
Vor allem bei der Pflege von alten Menschen ist es, aufgrund der bestehenden Erkrankungen und Einschränkungen, eklatant wichtig prophylaktisch zu arbeiten.
Prophylaktisches Arbeiten (=vorausschauend und verantwortungsbewusst denken und handeln zu können) gehört zum beruflichen Selbstverständnis aller Pflegekräfte.

Um dein Wissen über Prophylaxen zu testen haben wir ein Quiz erstellt, dieses findest du am Ende dieses Artikels!


Was gibt es für Prophylaxen in der Pflege?

Diese 14 pflegerischen Risiken / Phänomene haben für das alltägliche Leben und Wohlbefinden der Patienten auf den Wohnbereichen / Stationen eine hohe Relevanz. Für alle Phänomene findest du daher in diesem Beitrag jeweils eine detaillierte Auflistung von Definitionen, Risikofaktoren, Maßnahmen und einer Schritt für Schritt – Anleitung.

  1. Sturz
  2. Dekubitus
  3. Thrombose
  4. Pneumonie
  5. Aspiration
  6. Obstipation
  7. Kontraktur
  8. Intertrigo
  9. Deprivation
  10. Soor- und Parotitis (In Bearbeitung)
  11. Exsikkose (In Bearbeitung)
  12. Schmerz (In Bearbeitung)
  13. Mangelernährung (In Bearbeitung)
  14. Kontinenz (In Bearbeitung)

Grundsätze von Prophylaxen

  • Umso früher ein Risiko erkannt wird, desto besser.
  • Jeder wird in die prophylaktischen Maßnahmen eingebunden.
  • Prophylaxen sollten am besten selbstständig durch den Patient / Bewohner durchgeführt werden.

Einteilung von Prophylaxen

  • Primärprophylaxe: Vor Beginn einer Erkrankung
  • Sekundärprophylaxe: Nach Beginn einer Erkrankung
  • Tertiärprophylaxe: Vorbeugung von Rückfällen

Sturzprophylaxe

Definition Sturz

Bei einem Sturz wird unbeabsichtigt der Körper von einer höheren in eine niedrigere Position verlagert. Zum Beispiel aus der senkrechten in die horizontale Position (= z.B. Stolpern beim Gehen + Umfallen) oder auch aus der horizontalen wieder rum in eine horizontale Position (= z.B. aus dem Bett fallen).
Die Sturzprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen.
Ein erhöhtes Sturzrisiko findet man vor allem bei älteren Menschen, denn Stürze gelten bei dieser Personengruppe als die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit.


Schritt für Schritt zur Sturzprophylaxe

  1. Risiko erfassen (Sturzrisikoerfassungbogen)
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Sturz, Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Sturzrisikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
    • Maßnahmen findest du auch im entsprechenden Expertenstandard Sturzprophylaxe.Werbung
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Risikofaktoren Sturz

Die Sturzrisikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell, können aber in Intrinsische und Extrinsische Faktoren unterteilt werden.
Hierzu einige Beispiele:

Intrinsische Faktoren:

  • Sehstörungen (zum Beispiel Kurzsichtigkeit)
  • Medikamente (zum Beispiel Neuroleptika, Antidepressiva, Abführmittel, u.v.m.)
  • Verwirrtheitszustände
  • Angstzustände
  • Unruhezustände
  • Depression
  • Demenz
  • Fehlendes Verständnis für Risiken und Gefahren
  • Störungen der Bewegungsabläufe (z.B. Gangbild)
  • Kraftlosigkeit durch z.B. Muskelabbau
  • Akute Erkrankungen (zum Beispiel Apoplex (=Schlaganfall) oder Herzinfarkt)
  • Plötzlicher Bewusstseinsverlust

Extrinsische Faktoren:

  • Stolperfallen (zum Beispiel Kabel, Teppichkanten)
  • Ungeeignetes Schuhwerk
  • Ungeeignete Kleidung (zum Beispiel zu groß -> rutscht)
  • Lichtverhältnisse
  • Rutschige Böden
  • Veränderte Gegebenheiten in der gewohnten Umgebung
  • Unangepasste Hilfsmittel (schlecht eingestellte Rollatoren oder nicht geputzte Brillengläser)

Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Überprüfung der Sehkraft und eventuell Brillenanpassung (zum Beispiel Termin beim Optiker)
  • Regelmäßige Reinigung der Brillengläser
  • Überprüfung der Zeit oder Notwendigkeit der Medikamentengabe (zum Beispiel Diuretika nicht vor dem zu Bett gehen)
  • Auslöser von Verwirrtheits-/ Angst- und Unruhezuständen finden und Rücksprache im Team oder mit zuständigem Arzt
  • Gehtraining
  • Krafttraining
  • Stolperfallen beseitigen (zum Beispiel Kabel oder auch Teppiche)
  • Festes und geschlossenes Schuhwerk bereitstellen (d.h. geschlossene Riemchen an der Ferse)
  • Gut passende Kleidung
  • Lichtverhältnisse an Patienten / Bewohner anpassen
dekubitusprophylaxe

Dekubitusprophylaxe

Definition Dekubitus

Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung eines begrenzten Bereiches der Haut und meist des darunter liegenden Gewebes. Die Dekubitusprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung eines Dekubitus.


Was ist ein Dekubitusgrad?

Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Dekubitusgrad zu bestimmen, das bekannteste Modell ist von J.D. Shea. Dekubitalulcera werden demnach so eingeteilt:

  • Grad 1: nicht wegdrückbare, umschriebene Hautrötung bei intakter Haut.
  • Grad 2: Teilverlust der Haut; Epidermis bis hin zu Anteilen des Koriums sind geschädigt.
  • Grad 3: Verlust aller Hautschichten einschließlich Schädigung oder Nekrose des subkutanen Gewebes.
  • Grad 4: Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln, Knochen oder stützenden Strukturen wie Sehnen oder Gelenkkapseln, mit oder ohne Verlust aller Hautschichten.

Ein Dekubitusgrad kann auch nach ICD-Kodierung in Anlehnung an das Modell von Shea so eingeteilt werden:

  • Dekubitus 1. Grades: Druckzone mit nicht wegdrückbarer Rötung bei intakter Haut
  • Dekubitus 2. Grades: Druckgeschwür mit Abschürfung, Blase, (Teil-)Verlust der Haut
  • Dekubitus 3. Grades: Druckgeschwür mit Verlust aller Hautschichten
  • Dekubitus 4. Grades: Druckgeschwür mit Nekrose von Muskeln, Knochen oder stützenden Strukturen
  • Dekubitus, Grad nicht näher bezeichnet: Druckgeschwür ohne Angabe eines Grades

Teste JETZT dein Wissen bei unserem Dekubitusquiz!

quiz dekubitus

Schritt für Schritt zur Dekubitusprophylaxe

  1. Risiko erfassen (zum Beispiel Bradenskala)
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (zum Beispiel Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Sturzrisikofaktoren
  3. Planung der Maßnahmen (zum Beispiel Maßnahmenplan)
  4. Durchführung der Maßnahmen
  5. Evaluation (d.h. Beurteilung oder auch kritische Einschätzung) und eventuelle Anpassung der Planung

Dekubitus Risikofaktoren

Die Dekubitusrisikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell meist werden diese aber in Intrinsische und Extrinsische Faktoren unterteilt.
Hierzu einige Beispiele:

Intrinsische Faktoren:

  • Reduzierte Mobilität
  • Alter
  • Austrocknung
  • Gewicht
  • Inkontinenz
  • Sensibilitätsstörungen
  • Mangelernährung

Extrinsische Faktoren:

  • Medikamente
  • Feuchtigkeit
  • Körperhygiene
  • Lagerung
  • Dauer
  • Druck
  • Scherkräfte

Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe

Die Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Förderung der Mobilität (zum Beispiel Bewegungsübungen für Bettlägerige)
Bewegungsübungen für Bettlägerige: Karten-Set mit Bewegungsreimen für die Pflegepraxis
  • Ute Lantelme, Frauke Schneider
  • Herausgeber: Verlag an der Ruhr
  • Auflage Nr. 1 (07.11.2016)
  • Überprüfung der Notwendigkeit der Medikamentengabe (zum Beispiel Verzicht auf sedierende Medikamente)
  • Regelmäßige Toilettengänge (zum Beispiel alle 2 Stunden)
  • Feuchtigkeit reduzieren
  • Lagerungen durchführen

Welche Lagerungen gibt es?

  • VATI – Lagerung
  • 30° Seitenlagerung
  • Hohllagerung
  • Lagerung auf der schiefen Ebene
  • 135° Lagerung
  • Mikrolagerung
  • Freilagerung

Hier findest du mehr zu Lagerungen


thromboseprophylaxe

Thromboseprophylaxe

Definition Thromboseprophylaxe

Eine Thromboseprophylaxe umfasst alle medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Vermeidung einer Thrombose (d.h. Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß (zum Beispiel einer Vene)).


Schritt für Schritt zur Thromboseprophylaxe

  1. Risiko erfassen
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (zum Beispiel Akute Erkrankung, Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Thromboserisikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Risikofaktoren Thrombose

Die Thromboserisikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell.
Hierzu einige Beispiele:

  • Vergangene Thrombosen (zum Beispiel tiefe Beinvenenthrombose)
  • Operationen
  • HerzinsuffizienzWerbung
  • Dehydration
  • Hohes Alter
  • Adipositas (d.h. Übergewicht)
  • Akute Infektionen
  • Vergangene Herzinfarkt
  • u.v.m.

Was gibt es für Maßnahmen?

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren. Sie werden in 2 Teilbereiche getrennt. Diese sind medikamentöse Maßnahmen und nichtmedikamentöse Maßnahmen.
Hierzu einige Beispiele:

  • Medikamentöse Maßnahmen
    • Heparine
    • Vitamin – K – Antagonisten
    • Orale Antikoagulation
  • Nichtmedikamentöse Maßnahmen
    • Frühmobilisation
    • Physiotherapie
    • Anlegen von Kompressionsstrümpfen
    • Anlegen von Kompressionsverbänden
    • Bewegungsübungen (zum Beispiel Fußwippen oder Zehenkrallen)
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Wusstest du schon?

Die Beine streicht man nicht mehr aus. Hierdurch können Mikrothromben gelöst werden und die Gefahr von Embolien wird erhöht!



pneumonieprophylaxe

Pneumonieprophylaxe

Definition Pneumonie?

Eine Pneumonie ist eine Entzündung von Lungengewebe, diese Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Mögliche Ursachen können zum Beispiel infektiösen Ursprungs sein. (zum Beispiel Bakterien)
Eine Pneumonie kann aber auch durch Fremdkörper verursacht werden (zum Beispiel Würfel).
Eine Pneumonieprophylaxe umfasst alle Faktoren und Maßnahmen zur Vermeidung einer Pneumonie.


Schritt für Schritt zur Pneumonieprophylaxe

  1. Risiko erfassen / Indikationen überprüfen
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (zum Beispiel Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Pneumonierisikofaktoren
  3. Planung der Maßnahmen (zum Beispiel Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung der Maßnahmen
  5. Evaluation (d.h. Beurteilung oder auch kritische Einschätzung) und eventuelle Anpassung der Planung

Was für Pneumonierisiken gibt es?

Die Pneumonierisikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell.
Hierzu einige Beispiele:

  • Mangelnde Belüftung der Lunge
    • Immobilität
    • Bettlägerigkeit
    • Bewusstseineinschränkungen
  • Bronchitis
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Asthma bronchiale
  • Beatmung
  • Schluckstörungen
  • Behandlungsbedürftiger Zahnstatus

Was gibt es für Maßnahmen?

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Förderung der Mobilität (zum Beispiel Bewegungsübungen für BettlägerigeWerbung)
  • Überprüfung der Notwendigkeit der Medikamentengabe (zum Beispiel Verzicht auf sedierende Medikamente)
  • Frischluftzufuhr ermöglichen, keine Zugluft!
  • Überprüfung und Korrektur der Zähne / des Mundraumes
  • Atemgymnastik
    • Tiefes Einatmen
    • Atemstimulierende Einreibung
    • Atemtechniken (zum Beispiel Bauchatmung oder Thoraxatmung)
  • Atemunterstützende Lagerungen
    • VATI – Lagerungen
    • Oberkörperhochlagerung

Was ist denn die VATI-Lagerung?

Die VATI Lagerung umfasst 4 verschiedene Lagerungen:

  1. V-Lagerung
  2. A-Lagerung
  3. T-Lagerung
  4. I-Lagerung

Als Beispiel die V-Lagerung:

  • V-Lagerung
    • Das Lagerungsmaterial wird so angebracht, dass sich am Gesäß die Spitzen von 2 Lagerungskissen überlappen. Die Kissen werden also in V-Form unter den Patienten / Bewohner gelegt, somit werden die Lungenspitzen besser belüftet.
    • Nicht bei Patienten / Bewohnern mit Dekubitus oder Kachexie geeignet!

aspirationsprophylaxe

Aspirationsprophylaxe

Eine Aspiration ist das Eindringen von Fremdkörpern (zum Beispiel Nahrung, Flüssigkeiten oder auch Erbrochenes) in die Atemwege.
Dies kann zum Beispiel zu einer Lungenentzündung durch Aspiration oder auch zum Ersticken führen.
Die Ziele einer Aspirationsprophylaxe sind sowohl das Erkennen des Risikos als auch die Verhinderung des Eindringens von Fremdkörpern in die Atemwege.


obstipationsprophylaxe

Obstipationsprophylaxe

Definition Obstipation

Der Begriff „Obstipation“ kommt aus dem Lateinischen und meint „Verstopfung“. Das heißt es kommt, je nach individueller Frequenz, zu einer zu späten Defäkation. Meist spricht man ab einer Verzögerung von 3 Tagen von einer Obstipation. Die Obstipationsprophylaxe bezeichnet somit alle Maßnahmen, die einer Verstopfung des Darmes vorbeugen sollen.

Am Ende dieses Artikels findest du ein Quiz über Prophylaxen in der Pflege, teste dein Wissen bei 10 allgemeinen Fragen zum Thema und teile mir dein Ergebnis gerne in den Kommentaren mit!


Schritt für Schritt zur Obstipationsprophylaxe

  1. Obstipationsrisiko erfassen (Klinische Einschätzung)
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (z.B. Neu aufgetretene Erkrankungen, Medikationsumstellungen, etc.)
    • Spezifische Assessementinstrumente zur Einschätzung gibt es derzeit noch nicht.
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Risikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Was für Risikofaktoren für eine Obstipation gibt es?

Die Risikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell, meist kommt es jedoch bei veränderten Lebensgewohnheiten zu einer Obstipation.

Hier findest du einige Ursachen bzw. Risikofaktoren:

  • Geringe Trinkmenge z.B. bei hoher Hitze, im Alter oder bei allgemeinen Bewegungseinschränkungen.
  • Bewegungsmangel
  • Ballaststoffarme Nahrung
  • Intoxikationen
  • Bestimmte Medikamente
  • Erkrankungen (z.B. Depression oder Querschnittslähmungen)
  • Gestörte Darmflora
  • Gestörte Darmperistaltik
  • Stress
  • uvm.

Was gibt es für Maßnahmen zur Obstipationsprophylaxe?

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Ausreichende Trinkmenge (Min. 1500 ml / 24h)
  • Ballaststoffreiche Nahrung, Hier findest du einen Ratgeber zum Vielkönner Ballaststoffe Anzeige
  • Koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee & Cola) in Maßen!
  • Bewegungsförderung zur Anregung der Darmtätigkeit
  • Sanfte Massagen des Bauches
  • Umstellung der Medikation
  • Medikamentöse, abführende Maßnahmen
  • Erleichterung des WC-Ganges
  • Stress reduzieren

kontrakturenprophylaxe

Kontrakturenprophylaxe

Definition Kontrakturen

Kontrakturen sind Funktions- und Bewegungseinschränkungen von Gelenken. Sie werden zum Beispiel durch Verkürzungen von Sehnen und Muskeln verursacht.

Vor allem langes Liegen (Bettlägerigkeit), tagelanges Sitzen, Lähmungen und falsche Lagerungen begünstigt die Entstehung von Kontrakturen.

Eine Kontrakturenprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen.


Schritt für Schritt zur Kontrakturprophylaxe

  1. Risiko erfassen
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Risikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Was für Formen gibt es?

  1. Beugekontraktur
    • vor allem an Knie- und Hüftgelenken
    • Strecken der Extremität ist nicht möglich, bzw. eingeschränkt
  2. Streckkontraktur
    • Zum Beispiel der Spitzfuß
  3. Rotationskontraktur
    • Bei Verdrehung eines Gelenkes

Welche Risikofaktoren für Kontrakturen gibt es?

Hier einige beispielhafte Risiken für Kontrakturen:

  • Bewegungseinschränkungen (zum Beispiel durch einen Gipsverband)
  • Mobilitäteinschränkungen
  • Bettlägerigkeit
  • Langes Sitzen im Rollstuhl
  • Lagerungen (jede Art von Lagerung führt langfristig zu Kontrakturen)
  • Lähmungen
  • Polyarthritis
  • Bewusstseinstörungen
  • Schonhaltung (zum Beispiel bei chronischen Schmerzen)
  • Erkrankungen des Nervensystems (zum Beispiel Multiple Sklerose)

Was gibt es für Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen?

Es gibt viele Maßnahmen zur Kontrakturprophylaxe, diese müssen individuell auf die bestehenden Risikofaktoren ausgewählt werden, hier zu einige beispielhafte Maßnahmen:

  1. Mobilisation
    • Eigenbeweglichkeit fördern
    • Physiotherapie
    • Motivation zur Bewegung schaffen
    • Bewegungungsübungen der gefährdeten Gelenke mehrmals täglich:
      • aktiv: Bewohner / Patient führt die Übungen selbstständig durch
      • assistierend: Bewohner / Patient führt selbstständig Übungen durch, Pflegekraft unterstützt
      • passiv: Übungen werden durch das Pflegepersonal durchgeführt
      • resistiv: Bewohner / Patient arbeitet gegen einen Gegendruck
  2. Lagerung
    • So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich!
    • Lagerungsmittel individuell auswählen
    • Gelenke wenn möglich in physiologischer Funktionsstellung lagern

rakturen sind Funktions- und Bewegungseinschränkungen von Gelenken. Sie werden zum Beispiel durch Verkürzungen von Sehnen und Muskeln verursacht.

Vor allem langes Liegen (Bettlägerigkeit), tagelanges Sitzen, Lähmungen und falsche Lagerungen begünstigt die Entstehung von Kontrakturen. Die Kontrakturenprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen.


Intertrigoprophylaxe

Intertrigoprophylaxe

Definition Intertrigo

Intertrigo sind umgangssprachlich auch als „Hautwolf“ bekannt und bezeichnen eine Entzündung von Hautarealen. Diese treten in Hautfalten auf, meistens sind dies die Bereiche unter den Brüsten, den Achseln, der Bauchfalte, den Leisten und den Zehenzwischenräumen. Fälschlicherweise werden durch Laien teilweise Dekubitalulcera, Allergien oder Dermatiden als Intertrigo eingeordnet. Eine Intertrigoprophylaxe bezeichnet alle Maßnahmen zur Vermeidung von Intertrigo.


Schritt für Schritt zur Intertrigoprohylaxe

  1. Intertrigorisiko erfassen (Klinische Einschätzung)
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (z.B. Hitzephasen oder starker Gewichtszunahme)
    • Spezifische Assessementinstrumente zur Einschätzung gibt es derzeit noch nicht.
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Risikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Was für Risikofaktoren für einen Intertrigo gibt es?

Die Ursachen eines Intertrigo sind zahlreich und vor allem individuell. Im Folgenden findest du die häufigsten Ursachen bzw. Risikofaktoren:

  • Adipositas
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes mellitus
  • Harninkontinenz
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Reiben von Haut an Haut, z.B. beim Radfahren
  • Warmes Wetter / Hitze
  • Ungeeignetes Schuhwerk
  • uvm.

Was gibt es für Maßnahmen zur Intertrigoprophylaxe?

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Gewichtsabnahme, z.B. mit einer Ketogenen Diät für Anfänger Anzeige
  • Bewegungsförderung
  • Reibung von Haut an Haut verringern in dem z.B. Kompressen zwischengelegt werden
  • Gefährdete Bereiche trocken halten
  • Geeignetes Schuhwerk nutzen
  • Regelmäßige Hautkontrolle
  • Wärme meiden
  • Nutzung von Inkontinenzmaterial sollte sachgerecht erfolgen, ebenfalls sind regelmäßige, bedarfsmäßige Wechsel eben dieser notwendig

Soor- und Parotitisprophylaxe

Soor- und Parotitisprophylaxe

Die Soor- und Parotitisprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vorbeugung von Soor und Parotitis. (Munderkrankungen)


Deprivationsprophylaxe

Deprivationsprophylaxe

Definition Deprivation

Die Deprivation bezeichnet einen Zustand der Reizverarmung. Im Bereich der Pflege ist meist die sensorische sowie die soziale Deprivation gemeint. Die sensorische Deprivation kann beispielsweise durch Einschränkungen des Hör- und des Sehsinnes ausgelöst werden. Die soziale Deprivation durch einen Mangel an Reizen von Außerhalb (z.B. fehlende Besuche von Mitmenschen oder wenig Ansprache). Symptome können Halluzinationen oder Denkstörungen sein.

Die Deprivationsprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung einer Deprivation.


Schritt für Schritt zur Deprivationsprophylaxe

  1. Deprivationsrisiko erfassen (Klinische Einschätzung)
    • Spezifische Assessementinstrumente zur Einschätzung gibt es derzeit noch nicht.
    • Sinnvoll als Screeningmöglichkeit haben sich einfache „Ja/Nein“ Fragen zu folgenden Schlagwörtern erwiesen: Bewegung? Berührung? Kognitive Herausforderungen? Soziale Kontakte? Wird ein Schlagwort mit „Nein“ beantwortet, kann man von einem Risiko ausgehen.
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zum erkannten Risiko.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung

Risikofaktoren Deprivation

  • Einschränkung von Sinnesorganen
  • Kognitive Einschränkungen (z.B. Demenz)
  • Depression
  • Mangelnde Bewegung
  • Trennung von Vertrautem oder Bezugspersonen (z.B. durch Tod)
  • Fehlende Berührungen
  • Bettlägerigkeit
  • Isolation
  • Psychopharmaka
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen

Maßnahmen zur Deprivationsprophylaxe

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Ausgleich von Einschränkungen der Sinnesorgane durch Hilfsmittel
  • Bewegungsförderung
  • Herstellung von Kontakt zu (ehemaligen) Bezugspersonen
  • Unterstützung bei der Findung von neuen Kontakten
  • Teilnahme an Hausangeboten / Gesprächskreisen / Gymnastikgruppen
  • Bei Bettlägerigkeit: Umstellung des Bettes um wenige Grad in regelmäßigen Abständen, Blick aus Fenster ermöglichen, Mobilisation in einen Multifunktionsrollstuhl
  • Überprüfung der Medikation
  • Beendigung von Freiheitsentziehenden Maßnahmen
  • Basale Stimulation
  • Reizvolle Umgebung schaffen

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Pflegewissen Prophylaxen: Für Pflegeberufe
  • Susanne Lunk
  • Herausgeber: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
  • Auflage Nr. 3 (14.08.2018)

Letzte Aktualisierung am 4.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API