Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe

Was ist ein Sturz?

Bei einem Sturz wird unbeabsichtigt der Körper von einer höheren in eine niedrigere Position verlagert. Zum Beispiel aus der senkrechten in die horizontale Position (= z.B. Stolpern beim Gehen + Umfallen) oder auch aus der horizontalen wieder rum in eine horizontale Position (= z.B. aus dem Bett fallen).
Die Sturzprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen.
Ein erhöhtes Sturzrisiko findet man vor allem bei älteren Menschen, denn Stürze gelten bei dieser Personengruppe als die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit.


Schritt für Schritt zur Sturzprophylaxe

  1. Risiko erfassen (Sturzrisikoerfassungbogen)
    • Nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen evaluieren, sowie nach akuten Ereignissen (Sturz, Krankenhausaufenthalt oder ähnliches)
  2. Beratung (Beratungsbogen oder ähnliches)
    • Beratung des Patienten / Bewohners sowie seiner Angehörigen zu den erkannten Sturzrisikofaktoren.
  3. Planung von Maßnahmen (Maßnahmenplan)
    • Maßnahmen werden Patienten-/ Bewohnerbezogen geplant und sind auf die bestehenden Risikofaktoren abgestimmt.
    • Maßnahmen findest du auch im entsprechenden Expertenstandard Sturzprophylaxe.Werbung
  4. Durchführung von Maßnahmen
  5. Evaluation und eventuelle Anpassung der Planung




Was für Sturzrisiken gibt es?

Die Sturzrisikofaktoren sind für jeden Patienten / Bewohner individuell, können aber in Intrinsische und Extrinsische Faktoren unterteilt werden.
Hierzu einige Beispiele:

Intrinsische Faktoren:

  • Sehstörungen (zum Beispiel Kurzsichtigkeit)
  • Medikamente (zum Beispiel Neuroleptika, Antidepressiva, Abführmittel, u.v.m.)
  • Verwirrtheitszustände
  • Angstzustände
  • Unruhezustände
  • Störungen der Bewegungsabläufe
  • Kraftlosigkeit
  • Akute Erkrankungen (zum Beispiel Apoplex (=Schlaganfall) oder Herzinfarkt)
  • u.v.m.

Extrinsische Faktoren:

  • Stolperfallen (zum Beispiel Kabel)
  • Ungeeignetes Schuhwerk
  • Ungeeignete Kleidung (zum Beispiel zu groß -> rutscht)
  • Lichtverhältnisse
  • Rutschige Böden
  • u.v.m.

Was gibt es für Maßnahmen?

Maßnahmen müssen individuell auf den Patienten / Bewohner abgestimmt werden und orientieren sich an den bestehenden Risikofaktoren.
Hierzu einige Beispiele:

  • Überprüfung der Sehkraft und eventuell Brillenanpassung (zum Beispiel Termin beim Optiker)
  • Überprüfung der Zeit oder Notwendigkeit der Medikamentengabe (zum Beispiel Diuretika nicht vor dem zu Bett gehen)
  • Auslöser von Verwirrtheits-/ Angst- und Unruhezuständen finden und Rücksprache im Team oder mit zuständigem Arzt
  • Gehtraining
  • Krafttraining
  • Stolperfallen beseitigen (zum Beispiel Kabel oder auch Teppiche)
  • Festes und geschlossenes Schuhwerk bereitstellen (d.h. geschlossene Riemchen an der Ferse)
  • Gut passende Kleidung
  • Lichtverhältnisse an Patienten / Bewohner anpassen

Weitere Prophylaxen findest du hier:

Konnte ich dir weiterhelfen mit meiner Zusammenfassung über die Sturzprophylaxe oder gibt es noch etwas das ich vergessen habe? Lass es mich gerne über die Kommentarfunktion wissen!

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Anmerkungen

  • Facebook Nutzerin Nona wünscht sich eine Korrektur folgender Teile unserer Zusammenfassung:
    • Es ist eine dringende Änderung des Satzes „Die Sturzprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen.“ in „Die Sturzprophylaxe umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von weiteren Stürzen. (z.B. nach Hypotonie-Krisen)“ notwendig.
    • Es fehlt ein Hinweis auf Schwindel oder Hypotonie als häufige Auslöser.
    • Vor der Prophylaxe geht fast immer ein sturzähnliches Ereignis voraus. Erst dann reagieren Ärzte und Pflegekräfte
  • Unserer Ansicht nach, bzw. allgemein dem pflegerischen Selbstverständnis nach, muss kein sturzähnliches Ereignis stattgefunden haben um mit der Sturzprophylaxe zu beginnen. Schon ein bestehendes Risko  (z.B. Kraftlosigkeit) reicht um Maßnahmen zu entwickeln und durchzuführen. Selbiges gilt natürlich für alle weiteren Prophylaxen.
  • „[…] zur Vermeidung von Stürzen“ deckt unserer Meinung nach auch weitere Stürze ab.
  • Unser Anspruch ist es die Sturzprophylaxe kurz, knapp und verständlich vorzustellen. Hierfür ist es ausreichend einige eindeutige Beispiele anzuführen. Zur weiteren Vertiefung (zum Beispiel weitere Risikofaktoren) empfehle ich dir den Expertenstandard Sturzprophylaxe oder du findest unten weiterführende Literatur zur Sturzprophylaxe.
  • Vielen Dank für deine Kritik!

Weiterführende Literatur zur Sturzprophylaxe:




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